Neben dem Plüschtier bekam die junge Liedermacherin zudem viel Applaus, denn mit ihrem Auftritt beim Kleinkunstabend „Bühne frei“ im Gasthof Diepenbrock hatte sie am Donnerstagabend das Publikum begeistert. "Wir wollen immer ein möglichst abwechslungsreiches Programm bieten, heute haben wir aber nur musikalische Beiträge“, hatte Susanne Müller gleich zu Beginn des Abends erklärt. Das erwies sich aber keinesfalls als Problem, denn alle vier Beiträge waren verschieden und rissen doch die zahlreichen Besucher mit. Den Auftakt machte die Schulband des Neubeckumer Kopernikus-Gymnasiums, die Susanne Müller live gesehen und spontan nach Everswinkel eingeladen hatte. Die sieben Schüler, die einen Lehrer als zweiten Gitarristen mitgenommen hatten, spielten aktuelle Songs und Klassiker wie „Every Breath You Take“. Dabei bewiesen die Jugendlichen bereits einige Professionalität und banden das Publikum mit ein, das begeistert mitklatschte. Unter großem Applaus und mit einem Eberhard, den jeder Künstler, der zum ersten Mal bei der offenen Bühne auftritt, bekommt, wurden die Schüler verabschiedet.

Etwas ruhiger ging es mit Marie Diot aus Hannover weiter. Sie präsentierte selbst geschriebene Lieder am Klavier, in denen es um Exfreunde, kaputte Beziehungen oder um die Begriffe Heimat und Zuhause ging. Zwischen den Stücken scherzte sie und  erkundigte sich nach dem schnellsten Weg nach Münster, sodass nach ihrem Auftritt beste Laune herrschte.

Auf eine Reise nach Amerika nahmen anschließend Bluesgitarrist Tom Vieth, ein bekannter Gast, und Tobias Kock das Publikum mit. Der 22-jährige Tobias Kock, den Vieth als eines der größten Talente der Blues-Szene angekündigt hatte, enttäuschte diese  Erwartungen nicht. Beide Musiker spielten klassischen Blues und begeisterten mit technisch anspruchsvollen Soli, für die es Szenenapplaus gab.

Den Abend rundete die A-Cappella-Gruppe „Voiceboxx“ ab. Die sechs Musiker unterhielten etwa mit einem Lied, das aus Zeitungsmeldungen über peinliche Unfälle bestand, aber „das kann jedem mal passieren, jedoch dem Dümmsten zuerst“, wie sie sangen.

Die Glocke, 01.12.2017

WN, 2.12.2017