Nun, warum geht man ins Theater?! Für uns, den Literaturkurs, Jg. 12, gab es zwei gute Gründe, kurz vor Weihnachten nach Bielefeld zu fahren, einerseits um etwas zu lernen und sich abzuschauen (oder alternativ total deprimiert das Theater zu verlassen, weil einem bewusst geworden ist, wie schlecht man doch selbst als Anfänger auf der Bühne ist), und andererseits weil Theater Spaß macht.

Dass es Spaß macht, wurde uns allen im Theater in Bielefeld bewiesen; aufgeführt wurde das Stück "Wie es euch gefällt" von William Shakespeare. Für alle die es nicht kennen, hier eine kurze Zusammenfassung:

Denn natürlich geht es um zwei Liebende... Orlando wird von seinem (‚leicht' verrückten) Bruder um seinen Erbteil betrogen, und, um es sich und allen zu bewei-sen, kämpft er bei Hofe gegen den gefürchteten hofeigenen ‚Wrestler' Charles. Zur großen Überraschung aller Anwesenden gewinnt er den Kampf und damit auch das Herz der anwesenden Rosalinde. Diese wird  aufgrund ihrer Liebe zu Orlando von ihrem Onkel, dem Herzog, verbannt. Sie packt ihre Sachen und flieht, als Mann verkleidet, mit Cousine und Hofnarr "Touchstone" in den Ardennerwald, in den auch schon ihr Vater verbannt worden war (ebenfalls von dem bösen Herzog, Rosalindes Onkel und ihres Vaters Bruder. Rosalindes Vater lebt dort in einer Art ‚Hippie-Kommune', mit dem melancholischen Jacques und einem weiteren Zottelkopf, der sich im Laufe des Stücks als waschechter Transvestit herausstellen sollte. Der ebenfalls schwer verliebte Orlando folgt seiner Rosalinde in den Wald, findet dort jedoch nur einen blonden "Jüngling" und nicht seine Angebetete. Jetzt geht alles drunter und drüber, und scheinbar hat nur der schwermütige Jacques wirklich den Durchblick, was er auf seine verschrobene Art auch immer mal andeutet.

Der Zuschauer wartet gespannt auf den Moment, in dem Rosalinde ihre Maske endlich fallen lässt und Orlando erhört. Dieser Moment wird dem Publikum auch nicht verwehrt, jedoch ist das Ende im Ganzen ein bisschen zu ruppig und plötzlich geraten, woran sich aber, nach so einem lustigen, charmanten und cleveren Stück, keiner mehr stören sollte. Der Bühnenaufbau besteht aus schrägen und asymmetrischen Holzwänden und verblüfft durch versteckte Klappen und einen ‚Sofa-Aufzug'. Die Garderobe der Schauspieler beinhaltet alles, von der 70er Jahre Satinhose bis hin zum Dirndl und zur Militärhose und unterstreicht die Charaktere perfekt. Abschließend kann man sagen, dass sich der Abend im Theater ge-lohnt hat, es gab eine Menge zu sehen (und zu hören!) und wir können dieses Stück mit gutem Gewissen jedem weiterempfehlen, der immer noch denkt, Theater sei langweilig und eingestaubt. Übrigens: Wir spielen am Schuljahresende "Shakespeares gesammelte Werke", nicht von Shakespeare (1564 -1616) , sondern höchst modern von Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield.
                                                              
Alexandra Zeidler, Literatur 12a (Herr Krebs)