- Schreib- und Lesefähigkeit mit innovativen Methoden stärken -

Wer schreibend Unterrichtsstoff verarbeitet, der lernt langfristiger und effektiver - auf diesem Grundsatz basiert ein innovatives Konzept des Freiburger Schreibpädagogen Dr. Gerd Bräuer zur Verbesserung der Schreib- und Lesefähigkeit von Schülern. Für die Verbreitung dieses Konzepts unter dem Titel "scriptorum.eu" in acht europäischen Ländern im Rahmen der Lehrerfort- und -ausbildung fiel gestern im Kopernikus-Gymnasium Neubeckum der Startschuss.

Das Kopernikus-Gymnasium ist eine von acht europäischen Modellschulen, in denen mit dem Aufbau eines Schreib- und Lesezentrums vor drei Jahren die Idee des Konzepts in die Praxis umgesetzt wurde. In den Zentren beschäftigen sich Schüler außerhalb des üblichen Unterrichts und fächerübergreifend mit Sprache und Texten. "Dabei geht es nicht um klassische Sprachförderung, sondern um neue Angebote, die bei Schülern die Freude an der Arbeit mit und an Texten fördern", verweist Dr. Gerd Bräuer auf langjährige Erfahrungen in den USA, wo er als Deutschprofessor an der Universität in Atlanta lehrte.

An etwa 30 deutschen Schulen bestehen derzeit Schreib- und Lesezentren, die nach Angaben von Dr. Bräuer mehr sind als eine Kombination von Bibliothek und Computerarbeitsplätzen. Es sind Räume der Kommunikation, die von literarischen Schreibgruppen oder der Schülerzeitungsredaktion ebenso genutzt werden wie für öffentliche Lesungen oder Workshops.

Das von der Europäischen Union geförderte Comenius-Projekt "scriptorum.eu" will die Idee der Lese- und Schreibzentren im Rahmen von Lehrerfortbildungen propagieren und mit den acht Modellschulen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, der Schweiz und Finnland in einem Netzwerk zusammenarbeiten.

Bei der Auftaktveranstaltung in Neubeckum wurde deutlich, dass derartige Zentren auch und gerade für Hauptschulen eine sinnvolle Einrichtung sind. Ingrid Spitz von der Tobias-Mayer-Hauptschule in Marbach am Neckar berichtete von sehr positiven Erfahrungen, die unter anderem durch die erfolgreiche Teilnahme bei Schreibwettbewerben dokumentiert würden.

 www.schreiblesezentrum.de
 Kontakt: Dr. Gerd Bräuer, Tel. 0761/488-2111.

Text: Alfred Mense, "Die Glocke", "Westfalen", 9.11.05