Das F√∂rdern und Fordern unserer Sch√ľlerinnen und Sch√ľler liegt uns besonders am Herzen. Aus diesem Grund haben wir am Kopernikus-Gymnasium im Schuljahr 2015/16 das Konzept des Lerncoachings an unserer Schule etabliert. Sch√ľlerinnen und Sch√ľler der Jahrgangsstufen 9-Q1 unterst√ľtzen die Sch√ľlerinnen und Sch√ľler der Klassen 5-6 (auf Nachfrage aber auch dar√ľber hinaus) individuell bei der Optimierung ihrer Lern‚Äď und Verstehensprozesse.

Ziel ist es, die (j√ľngeren) Sch√ľlerinnen und Sch√ľler beim Lernen zu unterst√ľtzen, ihre Lernfreude zu steigern und dadurch ihre individuellen schulischen Leistungen zu verbessern. Beim Lerncoaching geht es nicht um eine Nachhilfe im klassischen Sinne (siehe hierzu Konzept F√∂rderb√∂rse), sondern um ein systematisches Training im Lernen lernen. Lerncoaching ist eine Lernbegleitung, bei der die lernenden Sch√ľlerinnen und Sch√ľler selbst das Zepter in der Hand behalten. Es bietet Raum, auf individuelle Schwierigkeiten und Bed√ľrfnisse einzugehen.

 

Ziele von Lerncoaching

Lernende m√ľssen dazu bef√§higt werden, sich Wissen selbst anzueignen und ihren Lernprozess selbstst√§ndig zu steuern. Diese Eigenschaften k√∂nnen im Rahmen von Lerncoaching gef√∂rdert und optimiert werden, zumal hier eine explizite sowie bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Lernen stattfindet. Grunds√§tzlich existieren unterschiedliche Vorstellungen von den Zielen von Lerncoaching. Im Folgenden wird auf die wesentlichen Aspekte im Bereich der Kompetenzf√∂rderung durch Lerncoaching eingegangen:

 

  1. Förderung sozial-kommunikativer Kompetenz
  • Lernschwierigkeiten formulieren
  • Lernziele artikulieren

 

  1. Förderung Personalkompetenz
  • Pers√∂nlichkeitsst√§rkung
  • Selbstwahrnehmung / Selbstreflexion
  • Umgang mit Pr√ľfungsangst
  • Motivation

 

  1. Förderung Methodenkompetenz
  • Organisations- und Planungsf√§higkeit
  • Zeitmanagement

 

  1. Förderung Fachkompetenz
  • fachbezogene Unterst√ľtzung
  • Lernbegleitung
  • Lernprozessbegleitung
  • Pr√ľfungsvorbereitung

 

Ablauf des Lerncoachings

Die Lernenden stehen im Zentrum des Lerncoachings und steuern den Prozess durch aktive Beteiligung ma√ügeblich. Gemeinsam begeben sich Coach und Lernende auf die Suche nach individuellen L√∂sungen und Strategien, die m√∂glichst passgenau den Bed√ľrfnissen und der Pers√∂nlichkeit der Lernenden entsprechen. Einen Gewinn erfahren die Lernenden in der Entwicklung eines Bewusstseins f√ľr ganz unterschiedliche Bereiche ihres Lernens. Dieses Bewusstsein wird im Lerncoaching geschult.

Überträgt man das Grundanliegen des Coachings auf Schule, so ergibt sich zunächst, dass es eine Form der individuellen Beratung ist. Diese verläuft in unterschiedlichen Phasen ab:  

 

Quelle: Hardeland, Hanna (2013): Lernende in ihrem Lernprozess wirksam begleiten und unterst√ľtzen. Hohengehren: Schneider Verlag.

 

Grenzen von Lerncoaching

Im schulischen Kontext hat Lerncoaching Grenzen, d.h. Lerncoaching darf nicht therapeutisch betrieben werden. Psychische Erkrankungen oder verborgene St√∂rungen √ľbersteigen den Wirkungsbereich des Lerncoachings. In diesen F√§llen sind √Ąrzte und Psychologen einzubinden.

 

Lerncoaching unterst√ľtzt individuelle Lernprozesse. Es erm√∂glicht ein pr√§zises Eingehen auf die M√∂glichkeiten des Lernenden und weckt Potentiale. Individuelle Ressourcen liegen h√§ufig im Verborgenen, im Lerncoaching werden sie entdeckt und f√ľr die jeweilige Lernsituation nutzbar gemacht. Dies erfordert vom Lerncoach sowohl einen ressourcenorientierten Blick als auch eine empathische Kommunikation. Damit werden Lernstrategien entwickelt, Lernblockaden gel√∂st und die Motivation der Lernenden zuk√ľnftig gest√§rkt.

 

Text und Foto: Marthe Edel

 

 

Neubeckum im November 2016                                                                        Marthe Edel, Lerncoach