Nikolaus Kopernikus

(Bild gemeinfrei, Quelle: Wikimedia Commons)

Lebenslauf

 

  • 19.02.1473 geboren in Thorn (polnisch: Torun)
  • 1483 Als ZehnjĂ€hriger verliert Kopernikus seinen Vater. Sein Onkel, der Bischof von Ermland, ĂŒbernimmt seine Erziehung.
  • 1491 Kopernikus beginnt sein Studium in Krakau, wo er die ersten Vorlesungen ĂŒber Astronomie hört.
  • 1496 Nikolaus Kopernikus geht zu weiteren Studien nach Italien, und zwar fĂŒr zunĂ€chst lĂ€ngere Zeit nach Bologna. Hier studiert er vor allem Rechtswissenschaft, daneben beschĂ€ftigt er sich weiterhin mit Astronomie.
  • 1500 Kopernikus wird vom Papst zu astronomischen Vorlesungen nach Rom berufen und studiert dann bis 1503 in Padua hauptsĂ€chlich Medizin.
  • 1503 Nach seinem Studium in Padua kehrt Kopernikus in seine Heimat zurĂŒck, hĂ€lt sich zeitweilig in Krakau auf, ist lĂ€ngere Zeit Leibarzt seines Onkels in Heilsberg. Es folgt die Promotion zum Dr. jur.
  • 1507 Kopernikus vertritt die Ansicht, nicht die Erde, sondern die Sonne sei der ruhende, zentrale Körper der (damals) bekannten Welt, um den sich die anderen Körper bewegen. Diese (heliozentrische) Planetentheorie steht im krassen Widerspruch zu der im ganzen Mittelalter als unantastbar geltenden (geozentrischen) Lehre des PtolemĂ€us.
  • 1510 Herausgabe einer kleinen Schrift, in der er seine Theorie vertritt. Zur BegrĂŒndung seiner Theorie stellt er eigene Beobachtungen an, die mit kĂŒmmerlichen, selbstgebauten Instrumenten durchgefĂŒhrt werden.
  • 1512 ist er als Kanzler des Domkapitels in Frauenburg tĂ€tig. Hier hat er genĂŒgend Zeit fĂŒr seine astronomischen Studien.
  • 1530 Sein großes Werk ist im Manuskript fertig. Er zögert jedoch mit der Herausgabe, da sich immer neue Schwierigkeiten bei der ErklĂ€rung der Planetenbewegung ergeben.
  • 1540 Auf DrĂ€ngen seiner Freunde gestattet er, AuszĂŒge aus seinem Werk zu drucken, spĂ€ter dann das ganze Buch.
  • 24.05.1543 An seinem Todestag in Frauenburg trifft das erste Exemplar seines Buches ein, dessen Titel ohne sein Wissen in "De revolutionibus orbium coelestium libri VI" verĂ€ndert und mit einer Vorrede versehen wurde, die seine Aussagen als hypothetisch abschwĂ€chen sollte.

 

 

 

 

Kopernikus und die "kopernikanische Wende"

Kopernikus ist einer der großen europĂ€ischen Gelehrten und Humanisten. Von "kopernikanischer Wende" spricht man noch immer, wenn von epochalen VerĂ€nderungen die Rede ist.

Aber welche Wende hat Kopernikus denn ĂŒberhaupt eingelĂ€utet ?

Diese Frage ist eigentlich leicht zu beantworten: Er hat ein neues Weltbild "erfunden", das sogenannte heliozentrische Weltbild. Bei dieser Theorie steht die Sonne im Mittelpunkt des Kosmos (damals wußte man noch nicht, dass es noch weitere Sonnensysteme gibt).

Durch diese Erkenntnis wurde das geozentrische Weltbild abgelöst. Dieses fußte hauptsĂ€chlich auf den antiken Denkern Aristoteles und PtolemĂ€us: sie betrachteten die Erde als ruhenden Mittelpunkt des Kosmos, um den sich Sonne, Mond und Planeten in kristallenen SphĂ€ren (Kugelschalen) anordneten. Sie hatten sich am Ende der Antike gegenĂŒber dem heliozentrischen Weltbild des Eratosthenes durchgesetzt. Die SphĂ€re der Fixsterne umschließt nach Aristoteles und PtolemĂ€us den begrenzt gedachten Kosmos und hĂ€lt mit ihrer göttlichen Kraft alles in Bewegung.

Aber so einfach, wie Kopernikus' Theorie zu erklĂ€ren ist, so schwer war es fĂŒr die damalige Menschheit, und vor allem fĂŒr die Kirche, sie zu glauben. Es war unvorstellbar, dass die Erde jetzt nicht mehr im Mittelpunkt stehen sollte, sondern nur ein ganz normaler Planet - wie z.B. Merkur oder Saturn - sein sollte. Dies war auch der Grund, warum die Theorie heftige Kontroversen auslöste, die bis hin zum Verbot des kopernikanischen Systems reichten.

Die Zeit, in der Kopernikus lebte

Kopernikus selbst lebte im Umbruch zweier Welten: die geistige und politische Ordnung des Mittelalters war zerbrochen. Ein neues Zeitalter, die Renaissance, brach an. AufklĂ€rer und Intellektuelle des Humanismus und der Reformation besannen sich auf die Werke der Antike und traten zum Kampf gegen das bestehende Wissenschafts-, Welt- und Menschenbild an. "ad fontes" ist das Motto der Zeit, "zurĂŒck zu den Quellen", den antiken Originaltexten in griechischer und lateinischer Sprache. Die herrschenden AutoritĂ€ten in Kirche und Wissenschaft wurden in die Schranken gewiesen.

Klaus Rösgen

Bild : Nikolaus Kopernikus mit einem sogenannten Tellurium (Bild gemeinfrei, Quelle: Wikimedia Commons)