Physiknobelpreis zur Erklärung des Weltalls

 Stockholm (dpa). Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an zwei japanische und einen US-Forscher.

Die Physiker Yoichiro Nambu (Bild, USA), Makoto Kobayashi (Japan) und Toshihide Maskawa (Japan) erhalten die Auszeichnung, weil sie bedeutende Erklärungen zur Existenz des Universums lieferten. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften gestern in Stockholm mit. Die neuen Nobelpreisträger haben sich seit mehr als 30 Jahren mit einem Konzept namens Symmetriebrechung befasst. Solche Vorgänge werden unter anderem herangezogen, um die Existenz der Materie zu erklären, denn deren Vorhandensein ist keinesfalls selbstverständlich. Nach Ansicht der Forscher entstanden beim Urknall vor 14 Milliarden Jahren etwa gleiche Mengen von Materie und Antimaterie. Warum löschten sich diese Partikel mit ihren entgegengesetzten Eigenschaften nicht gleich wieder aus, wie es zu erwarten wäre? Heute lassen sich im Universum keine signifikanten Mengen von Antimaterie nachweisen, wohl aber große Mengen Materie – Galaxien, Sterne, Menschen. Wo blieb die Antimaterie? Eine Erklärung könnten unerwartete Unterschiede in den Eigenschaften von Materie und Antimaterie sein. Offenbar ist die Symmetrie von Materie und Antimaterie „verletzt“. Die Forscher schufen ein genaueres Bild von Symmetriebrüchen.

Die Glocke, 08.10.2008