2017 Forever Young

F√ľr immer jung - ein Fluch oder ein Geschenk?

Der VPIP-Kurs 2016/17 des Kopernikus ‚Äď Gymnasiums Neubeckum pr√§sentiert das Musical ‚ÄěForever Young‚Äú, welches auf dem Film ‚ÄěLovestruck‚Äú basiert. Die Termine f√ľr die Vorstellungen sind f√ľr den 06.07.2017, 07.07.2017 und 10.07.2017 jeweils um 19 Uhr festgelegt. Karten sind ab dem 21.06.2017 in der Vorhalle des Kopernikus ‚Äď Gymnasiums in Neubeckum t√§glich von 9:25 - 9:40 Uhr, 11:15 ‚Äď 11:30 Uhr und am Mittwoch von 13:10 - 13:50 zum Preis von 4‚ā¨ erh√§ltlich. In dem B√ľhnenst√ľck geht es um die Liebe, Freundschaft und um komplizierte Verh√§ltnisse innerhalb der Familie. Die Star - Choreografin Harper Hutton m√∂chte ihre Tochter Mirabella, welche die T√§nzerin in einem von der Mutter choreografierten St√ľck ist, von einem gro√üen Fehler abhalten. Dabei hilft ihr ein geheimnisvoller Trank, welcher Harper neue M√∂glichkeiten bietet, ihre Tochter vor einer falschen Entscheidung zu sch√ľtzen. Der Kurs arbeitete ein Schuljahr an dem Musical. Dabei engagieren sich nun alle Sch√ľler bei den Aufgaben, in denen ihre Talente liegen. Viele verschiedene Gruppen (Requisiten, Presse/Drehbuch, B√ľhnenbild und Kost√ľme) tragen zum Endergebnis unseres Musicals bei, da sie zusammen neue Ans√§tze und Ideen zur Umsetzung des Projektes entwickelten und ihren eigenen Vorstellungen mit einflie√üen lie√üen. Musical bedeutet Schauspiel, Tanz und Gesang, weshalb schauspielerische √úbungen durchgef√ľhrt wurden, der Gesang trainiert wurde und T√§nze choreografiert wurden. Bei der Rollenverteilung, die nach einem Vorsingen festgelegt wurde, ist positiv auff√§llig, dass extra Charaktere und Szenen hinzugef√ľgt wurden, damit jeder Sch√ľler die Chance bekommt sich zu pr√§sentieren. Erste Einblicke in das Musical konnten die Zuschauer des Aktivfestes in Neubeckum, des Talentabends der Q2, des Bunten Abends und der Entlassfeier der jetzigen Abiturientia am Kopernikus ‚Äď Gymnasium in Neubeckum machen. Es war aufw√§ndig das vorhandene Endprodukt zu gestalten, aber der VPIP Unterricht schwei√üte den Kurs zusammen und verlangte mehr als nur Leistungen, sondern Spa√ü, Hilfsbereitschaft, Organisationstalent und Leidenschaft.
√úberzeugen Sie sich selbst!

Sabrina Pforth, Q1

Die Glocke, 11.7.2017

2016 We Rock

‚ÄěWe Rock‚Äú erz√§hlt eine Geschichte, die bisher noch nie verschriftlicht oder in irgendeiner Weise aufgef√ľhrt wurde. Von Anfang an war also klar, dass es ein Projekt wird, das uns alle vor Schwierigkeiten stellen k√∂nnte, vor allem Herrn Wick und Herrn Wever. Wir sollten Recht behalten.

Die Anfangszeit verlief zun√§chst entspannt. Jeder lie√ü seine Vorschl√§ge verlautbaren und man einigte sich schlie√ülich auf den Disneyfilm Camp Rock, der als - nat√ľrlich nur ungef√§hre - Vorlage f√ľr unser Musical ‚ÄěWe Rock‚Äú dienen sollte. Wer will schon Stress mit Disney? Jedenfalls war den meisten m√§nnlichen Mitgliedern unseres Kurses (von denen es in jenem Jahr sogar un√ľblich viele gab) dieser Film g√§nzlich unbekannt, jedoch gab sich jeder mit der Wahl zufrieden, auch wenn die kitschige Note nat√ľrlich nicht zu √ľbersehen war. Daraufhin gab es dann das erste Vorsingen vor Herrn Wick. Ausnahmslos jeder musste singen. Warum von uns bis zu diesem Zeitpunkt noch niemand einen Platinsong auf den Markt gebracht hatte, war nat√ľrlich die vorherrschende Frage, die sich unsere Musiklehrer stellten. Gesangsm√§√üig waren wir jedoch wirklich sehr gut aufgestellt und so mussten ‚ÄěDJ Wev‚Äú und Herr Wick die schwierigen Rollenentscheidungen treffen. Die Verteilung lief aber unkompliziert, sodass jeder mit seiner Rolle zufrieden war, was Gesangs- und Sprechanteile anging.

Um in allen wichtigen Bereichen f√ľr das Musical voranzukommen, entschied man sich dann dazu, Gruppen zu bilden, die f√ľr die verschiedenen Aufgabenfelder zust√§ndig waren. Die Choreographie-Gruppe fokussierte sich nat√ľrlich auf die T√§nze und darauf, dass diese auch f√ľr die Masse tanzbar waren. Die Requisiten mussten ebenfalls gekauft, gen√§ht oder gebastelt und dann auch passend eingesetzt werden. Zudem musste nat√ľrlich auch das Drehbuch geschrieben werden, was sich als ziemliche Herausforderung herausstellte, da man nat√ľrlich nur den Film als Vorlage hatte. Die Struktur war also gegeben, was aber bei einigen fehlte, war die richtige Arbeitsmoral. Es war f√ľr viele eben ‚Äěnur‚Äú ein Projektkurs ohne Klausuren, Hausaufgaben etc. Durch diese Mentalit√§t wurde es nat√ľrlich nicht einfacher und vor allem unsere Lehrer fragten sich schon nach kurzer Zeit: Wird aus ‚ÄěWe Rock‚Äú etwa ‚ÄěWehaveno Bock‚Äú?

Als wir dann endlich alle das Drehbuch in den H√§nden hielten, wurde jedem und besonders den Hauptrollen bewusst, wie viel Text noch zu lernen war. Erst jetzt konnte systematisch geprobt werden. So wurden aus anf√§nglichem Ablesen und zaghaften Gesten frei vorgetragene Worte, die immer sicherer gesprochen wurden und die jedem immer leichter √ľber die Lippen kamen. Bald herrschte ein allgemeines Gesp√ľr daf√ľr, wo im St√ľck wir uns befanden und immer h√§ufiger steuerten Einzelne Ideen bei, wie man etwas auf der B√ľhne besser umsetzen k√∂nnte. Nat√ľrlich waren wir noch Meilen weit davon entfernt die geplanten Vorstellungen zu rocken. Nicht nur ein Mal wurde Herr Wick von uns zur Wei√üglut getrieben und nicht nur ein Mal durften wir uns schwerwiegende Kritik anh√∂ren, allem voran, dass uns die n√∂tige Ernsthaftigkeit fehle. Bis Ende Juni sei ja noch eine Menge Zeit, sagten wir uns immer wieder. Dabei verflog die Zeit unheimlich schnell und Fehler waren nicht mehr so leicht zu entschuldigen. Wir brauchten Extrastunden um alle T√§nze einzustudieren und als die Kulissen schlie√ülich in der Halle standen und es doch ernst zu werden schien, lief es alles andere als reibungslos. Wir brauchten zu lange um die B√ľhne umzubauen, Requisiten fehlten und dann fielen auch noch pl√∂tzlich einige Darsteller aufgrund von Verletzungen aus. Zu unserem gro√üen Gl√ľck erholten diese sich jedoch schnell wieder. Kurz vor knapp verk√ľndete uns Herr Wick dann auch noch, das St√ľck sei in seiner Gesamtheit zu lang. Drei Szenen wurden gestrichen und wir wurden st√§rker als zuvor zur Eile angetrieben. Es musste sogar noch nach der eigentlichen Generalprobe, die alles andere als gut lief, eine Sonder-Generalprobe angesetzt werden. Und das auch noch einen Tag vor der Premiere.

Zum Gl√ľck kehrte jetzt auch bei den letzten Darstellern die n√∂tige Ernsthaftigkeit ein und wir hatten endlich das Gef√ľhl, dass wir doch am n√§chsten Tag etwas Herzeigbares auff√ľhren k√∂nnten.
Und dann war er da, der große Tag. Es war der 30.06.2016, der Tag der Premiere.

Hier betraten die Jungs, wie bereits bei der Auswahl des Films, Neuland. Denn auch die Jungs mussten geschminkt und frisiert werden, um auf der B√ľhne gut auszusehen. Ein Hauch von Hektik lag √ľber der Halle, als es pl√∂tzlich hie√ü: ‚ÄěIn f√ľnf Minuten ist Einlass, dann gehen die Lichter aus!‚Äú Jeder suchte noch seine Kleidungsst√ľcke oder Requisiten, oder was sonst von Bedeutung war, zusammen und dann traf sich die ganze Mannschaft mit den Lehrern in einem leeren Hallentrakt, um sich noch einmal so richtig motivieren zu lassen. Dann war es soweit. Alle Lichter gingen aus, das Publikum war da, und Herr Wick trat als erster auf die B√ľhne, um das Publikum zu begr√ľ√üen. W√§hrenddessen versammelten wir uns hinter der B√ľhne um uns, gut h√∂rbar, mit dem sogenannten ‚ÄěIceland-Clap‚Äú ein letztes Mal Mut zu machen.

Als es dann endlich losging, trat genau das ein, was wir uns das ganze Jahr √ľber gew√ľnscht hatten. Wir wurden zu unseren Charakteren. Und abschlie√üend l√§sst sich feststellen, dass aus ‚ÄěWehaveno Bock‚Äú am Ende doch ‚ÄěWe Rock‚Äú wurde!

Julius Wolf, Q1

2015 Walking on Sunshine!

Walking on sunshine: Ein Motto. Ein Lebenstraum. Unser Musical!

Zugegeben, zu Beginn unseres Musicaljahres 2014/2015 war nicht alles sonnig, denn wie bei jedem gro√üen Projekt gab es auch bei uns so einige Startschwierigkeiten. Diese begannen bereits beim Schreiben des Drehbuchs, das normalerweise am Anfang einer solchen Geschichte stehen sollte. Stattdessen starteten wir mit choreographischen und gesanglichen √úbungen in das Jahr, da der Film "Walking on sunshine" erst im Herbst in englischer Sprache erscheinen sollte. Im Nachhinein m√ľssen wir zugeben, dass sich die Verz√∂gerung nur als Vorteil erwiesen hat. Denn zu Fertigstellung des Drehbuchs hatten wir bereits einige der wichtigsten T√§nze einstudiert und auch im gesanglichen Bereich Fortschritte gemacht. Durch neu entdeckte Talente, regelm√§√üiges Proben und steigende Leidenschaft entwickelte sich unser St√ľck langsam zu einem pr√§sentablen Musical. Und als dann das zum ersten Mal das B√ľhnenbild aufgebaut war und die Requisiten hinter der B√ľhne Chaos verbreiteten, gab es kein Zur√ľck mehr - wir mussten nicht nur gut sein, wir wollten perfekt sein!

Vor der ersten Auff√ľhrung am 16. Juni waren wir mehr als aufgeregt. Die Frisuren brauchten viel zu lange, die Haupt- und Nebenrollen zitterten vor Anspannung und Herr Wick... nun ja... Herr Wick war von uns allen das gr√∂√üte Nervenb√ľndel. Doch w√§hrend sich der Zuschauerraum nach und nach f√ľllte und uns nur noch das B√ľhnenbild und ein paar Sekunden vom Kontakt mit den knapp 200 Zuschauern trennten, sprach Herr Wick uns Mut zu und aus Nervosit√§t wurde Professionalit√§t.

Zur Auff√ľhrung waren viele unserer Verwandten und Freunde gekommen und sowohl jung als auch alt lie√üen sich von den Hits der 80er-Jahre, den vielseitigen T√§nzen, dem wunderbaren Gesang und der spannenden Geschichte verzaubern. Der Sommer, den "Walking on sunshine" verspr√ľhte, schien auf einmal ganz nah. Zum Gl√ľck verlief die Premiere trotz aller Aufregung ohne gro√üe Pannen und auch die folgenden beiden Auff√ľhrungen waren ein voller Erfolg.

Abschlie√üend k√∂nnen wir sagen, dass uns das Musical ein spannendes, aufregendes und faszinierendes Jahr beschert hat, aus dem wir tolle, neue Erfahrungen und sch√∂ne Erinnerungen mitnehmen. Daf√ľr bedanken wir uns besonders bei unseren beiden Lehrern Herrn Wever und Herrn Wick, die sich mit Feuereifer f√ľr uns eingesetzt haben und uns viel beigebracht haben. Und so hei√üt es f√ľr uns auf unserem weiteren Weg immer wieder in Gedanken: Walking on sunshine!

Talin Pahlenkemper, Jana Aufderheide, Q2


Die Glocke, 24.6.2015

2014 Pitch Perfect

Das Licht geht wieder an. Das Publikum klatscht. Arm in Arm und au√üer Atem stehen alle gemeinsam vorne. √úbergl√ľcklich, dass sie es geschafft haben, dass es keine Texth√§nger gab und dass es dem Publikum gefallen hat. Aber vor allem: Gl√ľcklich dabei gewesen, ein Teil des Musicals ‚ÄěPitch Perfect‚Äú gewesen zu sein.

Doch bis dieser Moment erreicht war, war es ein langer Weg: Angefangen direkt nach den Sommerferien 2013 an einem Mittwochnachmittag. Dieser Termin sollte im Jahresverlauf zu einer regelm√§√üigen Theaterprobe werden. Hier trafen sich zum ersten Mal die Sch√ľlerinnen und Sch√ľler der damaligen Q1 (jetzt Q2), die den instrumentalpraktischen und vokalpraktischen Kurs (VPIP), in dem traditionell jedes Jahr ein Musical auf die Beine gestellt wird, statt dem Kunst- oder Musikkurs gew√§hlt haben. Doch bevor es an das Proben f√ľr das Musical ging, musste erstmal eines ausgew√§hlt werden; abgestimmt wurde am Ende f√ľr den amerikanischen Highschool-Film ‚ÄěPitch Perfect‚Äú. Nun mussten nach einer Gesangsprobe noch die Rollen verteilt werden und dann: proben?

Nein, so schnell ging es dann doch nicht. Was am Ende ca. eineinhalb Stunden dauern sollte, brauchte wirklich das ganze Jahr Zeit an Vorbereitung, denn zunächst musste ein Textbuch geschrieben, angepasst und die Choreographien geändert werden. Am Anfang wurde alles noch recht entspannt gesehen, doch zum Ende wurde dann doch die Zeit knapp. Ganze Nachmittage bis abends und Feiertage in der Schule waren die Konsequenz, es wurde geprobt, geprobt …

Bis zu dem Moment, an dem alle Strapazen vergessen sind. An dem man gl√ľcklich vor dem klatschenden Publikum steht und sich freut, diesen VPIP-Kurs gew√§hlt zu haben. Die Erfahrung auf der B√ľhne n√§mlich kann einem jetzt keiner mehr nehmen.

Julie Klose, Q2

2012 Mamma Mia

Ein Sommer in den 70er-Jahren

Mamma- Mia; Mamma ‚ÄďMia;¬† Mamma, Mamma, Mamma- Mia Mia Mia, Whooo!

So starteten¬† wir, der vokal-und instrumentalpraktische Kurs der Jahrgangsstufe 2012, in unsere vier Auff√ľhrungen Ende Juni/Anfang Juli 2012. Doch bis wir unsere Texte auswendig sprechen und unsere Rollen spielen konnten, war ein Jahr harter Arbeit vergangen.

Alles begann im Sommer 2011, gleich nach den Sommerferien. Unser gro√üer Kurs von 36 Leuten traf sich im Musikraum und stimmte √ľber das Musical ab, welches gespielt werden sollte. Zus√§tzlich testeten Herr Hoer, Herr Wick und Herr Wever unsere Stimmen, um sie einer Stimmlage zuzuordnen. Man unterscheidet zwischen Sopran, Alt, Tenor und Bass. Es war teilweise erstaunlich, was hier f√ľr Zuordnungen getroffen wurden, denn einige Leute h√§tte man eher in die Kategorie ‚ÄěAlt‚Äú eingestuft, stattdessen trafen sie, unter anderem Sarah Bergmann, die h√∂chsten T√∂ne der Tonleiter, sodass Herr Hoer begeistert meinte: ‚ÄěDu bist die K√∂nigin der Nacht‚Äú.

Gerade am Anfang konnte man sich √ľberhaupt nicht vorstellen, vor einem gro√üen Publikum zu spielen. Wir waren Amateure¬† und glaubten nicht, die F√§higkeit zu haben, am Ende des Jahres auf der B√ľhne zu stehen, zu tanzen, zu singen und zu schauspielern. Da unser Musical aus 17 Liedern bestand, hatten wir viel einzu√ľben, doch der Unterricht machte uns immer eine Menge Spa√ü, denn man konnte frei entscheiden, woran man arbeiten wollte. Einige sangen zusammen,¬† andere √ľbten auf ihren Instrumenten, wieder andere dachten √ľber Tanzchoreografien, Kost√ľme und Requisiten nach. Als die bemalten Leinw√§nde von Frau Keupers Kunstkurs nach den Osterferien in der Turnhalle bereitstanden, ging es f√ľr uns los, in der Turnhalle zu proben. Weil die Zeit immer knapper wurde, trafen wir uns auch sonntags von 11.00-17.00 Uhr und √ľbten sechs Stunden f√ľr unser Musical. Gerade die Hauptrollen hatten einiges auswendig zu lernen,deshalb¬† kam es vor, dass man vom Unterricht freigestellt wurde, um in der Turnhalle zu √ľben.

Dann wurde es ernst. Die Generalprobe verlief, wie es auch nicht anders zu erwarten war, mehr als schlecht. Die Mikrofone funktionierten teilweise nicht und die Hauptrollen trafen keine T√∂ne. Herr Wick, der √ľbrigens zum ersten Mal ein Musical an unserer Schule geleitet hat, betete, dass es am n√§chsten Tag besser werden w√ľrde. Seine Gebete wurden erh√∂rt. Trotz gro√üer Aufregung brachte unsere erste Besetzung die Menge zum Jubeln.

Wir freuten uns auf drei weitere Auff√ľhrungen und waren jedesmal aufgeregt. Doch auch die zweite Besetzung machte ihren Job hervorragend. Man kann dieses Gef√ľhl nur schwer beschreiben, wenn die Turnhalle dunkel ist,man selber im Scheinwerferlicht steht, das Publikum mucksm√§uschen still ist und die ganze Aufmerksamkeit auf das Schauspiel bzw. den Gesang von einem selbst gerichtet ist. Dieses Gef√ľhl entwickelt sich zu einer Gl√ľckseligkeit und zu einem Stolz, wenn der ganze Saal begeistert applaudiert. Solche Momente gibt es nur selten, und wir sind alle sehr dankbar, dass wir sie erleben durften. Gl√ľcklich sind wir auch dar√ľber, dass aus einem bunt zusammengesetzten Kurs, in dem viele einander fremd waren, eine Gemeinschaft wurde, welche ein gro√ües Musical auf die Beine stellt. W√§hrend unserer Auff√ľhrungen war es immer sehr hektisch, denn man musste sich innerhalb weniger Minuten umziehen, nachschminken und das Mikrofon abgeben. Hier war man f√ľr jede helfende Hand dankbar. Dem Publikum fallen wahrscheinlich am meisten die Hauptrollen auf, doch das bedeutet nicht, dass die anderen Schauspieler nicht wichtig sind, ganz im Gegenteil. In einer Theatergemeinschaft ist jedes einzelne Glied wichtig. Und genau das habe ich in meinem vokal-und instrumentalpraktischen Kurs gelernt.

Ich finde, jeder sollte so eine Erfahrung machen d√ľrfen, und hoffe, dass unsere n√§chste Musicalgruppe genau solche Erfahrungen machen kann wie wir.
         
Anna Bach Schamanajew, 13

Anschreiben und Flyer zur Schulhofneugestaltung 2017 (pdf)

Das F√∂rdern und Fordern unserer Sch√ľlerinnen und Sch√ľler liegt uns besonders am Herzen. Aus diesem Grund haben wir am Kopernikus-Gymnasium im Schuljahr 2015/16 das Konzept des Lerncoachings an unserer Schule etabliert. Sch√ľlerinnen und Sch√ľler der Jahrgangsstufen 9-Q1 unterst√ľtzen die Sch√ľlerinnen und Sch√ľler der Klassen 5-6 (auf Nachfrage aber auch dar√ľber hinaus) individuell bei der Optimierung ihrer Lern‚Äď und Verstehensprozesse.

Ziel ist es, die (j√ľngeren) Sch√ľlerinnen und Sch√ľler beim Lernen zu unterst√ľtzen, ihre Lernfreude zu steigern und dadurch ihre individuellen schulischen Leistungen zu verbessern. Beim Lerncoaching geht es nicht um eine Nachhilfe im klassischen Sinne (siehe hierzu Konzept F√∂rderb√∂rse), sondern um ein systematisches Training im Lernen lernen. Lerncoaching ist eine Lernbegleitung, bei der die lernenden Sch√ľlerinnen und Sch√ľler selbst das Zepter in der Hand behalten. Es bietet Raum, auf individuelle Schwierigkeiten und Bed√ľrfnisse einzugehen.

 

Ziele von Lerncoaching

Lernende m√ľssen dazu bef√§higt werden, sich Wissen selbst anzueignen und ihren Lernprozess selbstst√§ndig zu steuern. Diese Eigenschaften k√∂nnen im Rahmen von Lerncoaching gef√∂rdert und optimiert werden, zumal hier eine explizite sowie bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Lernen stattfindet. Grunds√§tzlich existieren unterschiedliche Vorstellungen von den Zielen von Lerncoaching. Im Folgenden wird auf die wesentlichen Aspekte im Bereich der Kompetenzf√∂rderung durch Lerncoaching eingegangen:

 

  1. Förderung sozial-kommunikativer Kompetenz
  • Lernschwierigkeiten formulieren
  • Lernziele artikulieren

 

  1. Förderung Personalkompetenz
  • Pers√∂nlichkeitsst√§rkung
  • Selbstwahrnehmung / Selbstreflexion
  • Umgang mit Pr√ľfungsangst
  • Motivation

 

  1. Förderung Methodenkompetenz
  • Organisations- und Planungsf√§higkeit
  • Zeitmanagement

 

  1. Förderung Fachkompetenz
  • fachbezogene Unterst√ľtzung
  • Lernbegleitung
  • Lernprozessbegleitung
  • Pr√ľfungsvorbereitung

 

Ablauf des Lerncoachings

Die Lernenden stehen im Zentrum des Lerncoachings und steuern den Prozess durch aktive Beteiligung ma√ügeblich. Gemeinsam begeben sich Coach und Lernende auf die Suche nach individuellen L√∂sungen und Strategien, die m√∂glichst passgenau den Bed√ľrfnissen und der Pers√∂nlichkeit der Lernenden entsprechen. Einen Gewinn erfahren die Lernenden in der Entwicklung eines Bewusstseins f√ľr ganz unterschiedliche Bereiche ihres Lernens. Dieses Bewusstsein wird im Lerncoaching geschult.

Überträgt man das Grundanliegen des Coachings auf Schule, so ergibt sich zunächst, dass es eine Form der individuellen Beratung ist. Diese verläuft in unterschiedlichen Phasen ab:  

 

Quelle: Hardeland, Hanna (2013): Lernende in ihrem Lernprozess wirksam begleiten und unterst√ľtzen. Hohengehren: Schneider Verlag.

 

Grenzen von Lerncoaching

Im schulischen Kontext hat Lerncoaching Grenzen, d.h. Lerncoaching darf nicht therapeutisch betrieben werden. Psychische Erkrankungen oder verborgene St√∂rungen √ľbersteigen den Wirkungsbereich des Lerncoachings. In diesen F√§llen sind √Ąrzte und Psychologen einzubinden.

 

Lerncoaching unterst√ľtzt individuelle Lernprozesse. Es erm√∂glicht ein pr√§zises Eingehen auf die M√∂glichkeiten des Lernenden und weckt Potentiale. Individuelle Ressourcen liegen h√§ufig im Verborgenen, im Lerncoaching werden sie entdeckt und f√ľr die jeweilige Lernsituation nutzbar gemacht. Dies erfordert vom Lerncoach sowohl einen ressourcenorientierten Blick als auch eine empathische Kommunikation. Damit werden Lernstrategien entwickelt, Lernblockaden gel√∂st und die Motivation der Lernenden zuk√ľnftig gest√§rkt.

 

Text und Foto: Marthe Edel

 

 

Neubeckum im November 2016                                                                        Marthe Edel, Lerncoach

 

Die Erprobungsstufe am Kopernikus-Gymnasium Neubeckum (pdf)

Das Hausaufgabenkonzept (pdf)

In der Regel wissen Kinder, dass sie sich beim Schreiben an orthographische Regeln zu halten haben, aber sie verstehen nicht, wie sie sie anwenden sollen. In ihrer Orientierungslosigkeit folgen sie zwei Strategien: zum einen verf√ľgen sie √ľber eine gewisse Anzahl von W√∂rtern, die sie sich in der Grundschule durch Wortlistentraining eingepr√§gt haben; diese W√∂rter k√∂nnen sie abrufen und schreiben; bei unbekannten W√∂rtern hingegen konstruieren sie nach dem Prinzip ‚ÄěSchreib wie du sprichst‚Äú.
Alle Kinder, die sich im Lese- und Schreiblernprozess befinden, machen Fehler. H√§lt aber die Verwechslung von Lauten an, werden Buchstaben vertauscht oder weggelassen und W√∂rter bis zur Unleserlichkeit verst√ľmmelt, sollten wir hellh√∂rig werden. In diesem Fall liegt der Verdacht nahe, dass eine m√∂gliche Lese-Rechtschreibschw√§che (LRS) vorliegt. Von LRS sprechen wir, wenn ein Kind das Lesen oder Schreiben in der daf√ľr vorgesehenen Zeit nicht oder nur sehr unzureichend erlernt hat. H√§ufig reagieren solche Kinder √ľbersensibel auf Leistungsanforderungen aus Schule und Elternhaus. Sie f√ľhlen sich st√§ndig √ľberfordert, stehen unter Druck, leiden unter Konzentrationsmangel und reagieren oft aggressiv oder mit Resignation und Verweigerung.

Sch√ľlerinnen und Sch√ľlern, die besondere Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben haben, zu helfen, ist zun√§chst einmal Aufgabe der Schule (siehe hierzu: Runderlass ‚ÄěF√∂rderung von Sch√ľlerinnen und Sch√ľlern bei besonderen Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens (LRS)‚Äú (BASS 14-01 Nr. 1)). Die Lernenden sollen ein Gesp√ľr f√ľr die Rechtschreibung entwickeln; hierf√ľr m√ľssen sie verschiedene Schreibstrategien und Strategien zur Textkorrektur kennenlernen, anwenden und verinnerlichen. Um die richtigen Strategien individuell zu bestimmen, verl√§uft die Lese-Rechtschreibf√∂rderung am Kopernikus Gymnasium in vier Schritten:

Schritt 1: Beobachten und analysieren


Um Lernschwierigkeiten festzustellen und individuell zu beheben, ermitteln die Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer der Jahrgangsstufe 5 aufgrund von m√ľndlicher Mitarbeit, Klassenarbeiten, Hausaufgaben etc. mithilfe eines Beobachtungsbogens, ob bei einem Kind eine m√∂gliche LRS vorliegt. Denn daran, wie einzelne W√∂rter vorgelesen oder geschrieben werden, l√§sst sich oftmals schon erkennen, welche Schwierigkeiten eine Sch√ľlerin/ein Sch√ľler hat. Dies allein reicht aber nicht aus. Dar√ľber hinaus wird die Lernsituation der betroffenen Sch√ľlerinnen und Sch√ľler in schulischen, sozialen, emotionalen, kognitiven und physiologischen Bereichen und in ihrem Lern- und Arbeitsverhalten analysiert (z.B. Beobachtung der Motivation beim Lesen und Schreiben im Unterricht oder Vergleich des Schriftbildes in Hausaufgaben und Klassenarbeiten).

Der Beobachtungsbogen umfasst im Einzelnen die Teilbereiche Lesen, Schreiben, gesprochene Sprache, Merkfähigkeit, Motorik und Verhaltensauffälligkeiten.

Schritt 2: Testen und diagnostizieren


Im Zusammenhang mit LRS kooperiert das Kopernikus-Gymnasium mit dem Lernserver der Universit√§t M√ľnster (www.lernserver.de). Zur Feststellung einer tats√§chlichen LRS wird in der Jahrgangsstufe 5 f√ľr gew√∂hnlich ein vom Lernserver standardisierter und normierter Rechtschreibtest in Form eines L√ľckendiktats eingesetzt, der handschriftlich vom Kind auszuf√ľllen ist. Die Teilnahme an dieser Rechtschreibanalyse erfolgt auf der Grundlage des ausgewerteten Beobachtungsbogens. Die Eingabe der Fehlschreibungen erfolgt nach Beendigung des Tests online. Unmittelbar nach der Eingabe steht eine umfassende, gewichtete und nach qualitativen wie quantitativen Gesichtspunkten vorgenommene Einsch√§tzung der Sch√ľlerin/des Sch√ľlers zur Verf√ľgung.

3. Fördern


Nach erfolgter Eingangsdiagnose werden f√ľr jede Sch√ľlerin/jeden Sch√ľler individuelle, √ľberschaubar portionierte F√∂rderpakete geschn√ľrt, die heruntergeladen und ausgedruckt werden. Anhand einer im Hintergrund ablaufenden Feindiagnose werden entsprechend der St√§rken und Schw√§chen der betreffenden Sch√ľlerinnen und Sch√ľler Arbeitsbl√§tter (mit L√∂sung), F√∂rderhinweise, Spiel- und √úbungsvorschl√§ge sowie Wortlisten zusammengestellt, welche die Lernenden einmal w√∂chentlich in einer gesonderten LRS-F√∂rderstunde im Nachmittagsbereich unter Aufsicht und Anleitung einer Fachkraft bearbeiten. Der Umfang eines F√∂rderpakets kann, je nach Ergebnis der Diagnose, mehrere hundert Seiten umfassen und reicht f√ľr eine F√∂rderdauer von einem Jahr (Schulhalbjahr 5.2 ‚Äď 6.1).

4. Evaluieren


F√ľr jede Sch√ľlerin/jeden Sch√ľler steht am Ende des Kursjahres die Evaluation des F√∂rdererfolgs an. Daf√ľr erhalten die Lernenden ein L√ľckendiktat (B-Test), welches dieselben Testw√∂rter wie der Eingangstest enth√§lt, um die Vergleichbarkeit zu wahren. Die Fehlschreibungen werden erneut online eingegeben und im Anschluss steht eine Gegen√ľberstellung beider Testergebnisse zur Verf√ľgung, wobei der F√∂rdererfolg mithilfe eines statistischen Vergleichs der Tests evaluiert wird. Aufgrund dieses Ergebnisses wird abschlie√üend ein R√ľckmeldebogen erstellt, welcher Sch√ľlerinnen, Sch√ľlern und Eltern Auskunft √ľber Fortschritte, Entwicklungstendenzen aber auch verbleibende Defizite gibt. Zus√§tzlich erhalten die Lernenden weitere f√ľr zu Hause geeignete F√∂rderempfehlungen inklusive ihrer F√∂rderpakete in digitaler Form. Sollte die F√∂rderung danach noch nicht abgeschlossen sein, wird gemeinsam mit den Eltern √ľberlegt, welche weiterf√ľhrende Therapie stattfinden sollte.

Durch ein kleinschrittiges und individuell angepasstes F√∂rderkonzept ist es uns gelungen, Sch√ľlerinnen und Sch√ľlern bei der Verbesserung ihrer Lese-Rechtschreibschwierigkeiten zu helfen: Die intensive schulische F√∂rderung gew√§hrleistet, dass ein unzureichender Lese-Rechtschreibr√ľckstand aufgeholt und durch die h√§usliche Weiterarbeit auch nachhaltig verbessert werden kann. Somit lassen sich langfristig Schreib- und Lesefreude wiedergewinnen und damit auch die Freude am Unterricht allgemein steigern. Allerdings brauchen alle, die an diesem Entwicklungsprozess beteiligt sind, einen sehr langen Atem, denn Lese-Rechtschreibschwierigkeiten lassen sich nicht von heute auf morgen beheben, aber durch angemessene F√∂rderung und Kooperation zwischen Schule und Elternhaus zumeist erfolgreich bearbeiten.



Neubeckum im Juni 2015¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† Marthe Edel, Ansprechpartnerin f√ľr LRS